Visuelle Programmiersprachen?

Ist es für Studierende (ausserhalb von Informatik und Interaction Design Lehrgängen) motivierend, die detaillierte Syntax von Programmiersprachen zu lernen? Meine Erfahrung zeigt, dass eine aufkommende Freude an der Programmierung schnell durch Frust abgelöst wird, wenn wegen fehlenden Klammern und Strichpunkten das Programm nicht funktioniert.

Was ist der Zweck des Programmierens?

Beim Lernen von Programmiersprachen ist es angebracht, mit Variablen, Funktionen etc. umzugehen und deren Einsatzmöglichkeiten zu begreifen und zu nutzen. Der Lernende muss später in der Arbeit in einem interdisziplinären Team die Sprache des Programmierers verstehen und sich unter Begriffen wie Klassen, Methoden, Schlaufen etc. auf Grund seiner Erfahrung etwas vorstellen können. Der Blick ins Detail ist wichtig, der Lernende muss aber auch kapieren, wie Amazon und Facebook funktionieren und was sich bei diesen Applikationen hinter der Oberfläche abspielt.

Visuelles Programmieren

Meiner Meinung nach muss ein Studierender in der heutigen Zeit keine handgeschriebenen Programmecodezeilen erstellen können.

Vielmehr gibt es heute Möglichkeiten, auf schnelle Art und Weise Prototypen mit visuellen Editoren zu erstellen. Mit Drag & Drop werden die zu Verfügung stehenden Befehle zu einer Programmlogik zusammengestellt.

Visuelle Programmierung mit dem App Inventor. Der Code ist selbsterklärend, Syntaxfehler sind nicht möglich.

Visuelle Programmierung mit dem App Inventor des MIT. Der Code ist selbsterklärend, Syntaxfehler sind nicht möglich.

An der konzeptionellen Arbeit mit visuellen im Vergleich zu den «strong typing» Programmiersprachen ändert sich nichts. Die «zielorientierte Bereitstellung und systematische Verwendung von Prinzipien, Methoden und Werkzeugen für die arbeitsteilige, ingenieurmässige Entwicklung und Anwendung von umfangreichen Softwaresystemen» (Helmut Balzert: Lehrbuch der Software-Technik) und das konzeptionelle Vorgehen bleiben sich gleich.

Google Blocky erlaubt visuelle Programmierung ...

Google Blocky erlaubt visuelle Programmierung …

blocky_2

… und erstellt gleich Javascript- oder Python-Code

Nur muss kein Code geschrieben werden, sondern es werden Befehle ähnlich wie Legoklötze mit der Maus zusammengeschoben. Syntaxfehler kann es nicht geben, sondern nur logische Fehler.

Für Programmierer und Informatik-Studierende sind solche visuellen Werkzeuge sicher nicht geeignet. Bei den vielen anderen Studierenden, welche das Programmieren lernen müssen, könnte die weit verbreitete Angst vor der Programmierung genommen werden. Ja, vielleicht würden sich die Lernenden sogar für die Programmierung begeistern!

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Ein Gedanke zu „Visuelle Programmiersprachen?

  1. Thorsten Leimbach

    Wäre schön wenn die Programmiersprache NEPO bzw. die Programmierumgebung Open Roberta Lab – entwickelt von Fraunhofer IAIS, im Rahmen des Projekts Open Roberta – noch aufgenommen werden könnte.

    Antwort

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